Die erste umfassende Dokumentation des Leben uns Wirkens des Musikers Otto Ulf.
Otto Ulf (1907-1993) gehörte zu jenen herausragenden Musikern und Pionieren, die um die Mitte des 20. Jahrhunderts die zunehmende Musealisierung des klassischen-romantischen Musikbetriebes als Einengung empfanden und sich in der Folge der Alten Musik zuwandten. Ulf tat dies mit erstaunlicher Konsequenz: Seine stets im besten Sinne "nachhaltigen" Initiativen zielten nicht nur auf die Wiederbelebung eines vernachlässigten Repertoires und vergessener Spielpraktiken ab, sondern von Anfang an auf eine umfassende, auch das vokale und instrumentale Laienmusiizieren betreffende Hebung des Niveaus und musikalische Grundbildung der Ausführenden. Seine Vision einer Erneuerung des Musikbetriebes aus dem Geist der "Alten Musik" erwuchsen der "Innsbrucker Bläserkreis", der Verein "Cantare et Sonare", die "Ambraser Schlosskonzerte" und schließlich die "Innsbrucker Festwochen der Alten Musik" mit ihrem Herzstück, der "Internationalen Sommerakademie für Alte Musik".
Ulfs Werdegang, sein außerordentlich vielseitiges Wirken auf vielen Gebieten und die kulturpolitische Bedeutung seiner Initiativen stehen im Mittelpunkt dieser Publikation zum 50-Jahr-Jubiläum der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Damit erfährt eine der einflussreichsten und visionärsten Persönlichkeiten im Tiroler Kulturleben der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erstmals eine umfassende Würdigung.