Digitale Anwendungen wie Apps, Videokonferenztools, Chatbots, Roboter, Computerspiele, Augmented und Virtual Reality sowie Entscheidungsunterstützungssysteme eröffnen neue Möglichkeiten für die Psychotherapie. Wie lässt sich ihr Einsatz aus ethischer Perspektive beurteilen? Zur Beantwortung dieser Frage wird die asymmetrische Beziehung zwischen Psychotherapeut:innen und Klient:innen fokussiert. Klient:innen sind hier nicht nur bereits verletzt, sondern aufgrund von Machtungleichheit auch besonders verletzlich. Ausgehend vom Prinzip der verletzlichen Freiheit der theologischen Ethikerin Hille Haker werden zunächst grundsätzliche ethische Orientierungspunkte für die reflektierte Machtausübung von Psychotherapeut:innen erarbeitet, bevor gezeigt wird, wie sich anhand dieser der Einsatz digitaler Anwendungen in der Psychotherapie individuell beurteilen lässt.