Die Spannung zwischen Nähe und Ferne des Göttlichen beschäftigt Menschen seit jeher. Meister Eckhart, einer der faszinierendsten Denker des Mittelalters, geht einen radikalen Weg: Er löst die Trennung zwischen Gott und Welt auf, ohne ihre Unterschiede zu verwischen. Die vorliegende Arbeit erklärt, wie Eckhart Transzendenz und Immanenz zugleich denkt - als unvermittelte Einheit. Sie vergleicht dieses Denken erstmals systematisch mit dem Daoismus, einer chinesischen Philosophie, die ebenfalls das Absolute jenseits aller Begriffe sucht. Der interkulturelle Vergleich eröffnet neue Perspektiven auf Mystik, Ethik und spirituelle Praxis. Das Buch richtet sich an philosophisch, religiös und kulturell interessierte Leser:innen, die grundlegende Fragen nach Sinn, Weltbezug und innerer Freiheit neu durchdenken möchten.