Thomas Mann: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (kommentiert und mit Übersetzungen der französischen Passagen in Fußnoten) |
Das Haar sitzt geschniegelt, der Körper ist schlank und aufrecht, der Blick wach, die Manieren aristokratisch korrekt. Felix Krull wirkt wie jemand, dem man eine Tür öffnet, bevor er klopfen muss - und so bewegt er sich durch die Welt. Er lernt früh, dass eine Rolle meist mehr gilt als ein Lebenslauf. Also übt er sich in Haltung, Ton und Takt. Er passt sich an, ohne unsichtbar zu werden; im Gegenteil, er entwickelt Charisma. |
Stationen seines Wegs, fast naheliegend: Die Familie im Abstieg, doch ein junger Mann auf dem Sprung. Stadtluft, Hotelwelt, Begegnungen, Verlockungen. Krull erzählt seine Geschichte selbst - charmant und locker, mit einem Gespür dafür, wann eine Episode glänzt und wann sie nur nützt. Man hört ihm gern zu, und genau darin liegt die Gefahr: Kann man so einem trauen?