Andrew Tobolowsky bietet in dieser Studie einen neuen Zugang zur biblischen Beschreibung der Stämme Israels als "Söhne Jakobs". Unterschiedliche Thesen über die frühisraelitische Geschichte und das Fehlen von Bezugnahmen auf Jakob in den meisten Erzählungen machen es unwahrscheinlich, dass dieses Verständnis Teil eines frühen Stammesdiskurses war. Stattdessen zieht Andrew Tobolowsky die auffälligen Ähnlichkeiten zwischen der Rolle, die Jakobs Kinder in der biblischen Erzählung spielen und der Rolle, die Figuren wie Hellen und Herakles in der Konstruktion griechischer Urgeschichten spielen, heran. Er schließt, dass das "stammes-genealogische" Konzept erstmals in der spätpersischen Periode entwickelt wurde, als Werkzeug für eine neu integrierte, kohärente Darstellung einer gemeinsamen ethnischen Vergangenheit; der ersten durchgängigen biblischen Vorstellung einer israelitischen Geschichte von Adam bis zum Fall Jerusalems und darüber hinaus.
In this study, Andrew Tobolowsky offers a new approach to biblical descriptions of the tribes of Israel as the 'sons of Jacob'. He reveals how shifting assumptions about early Israelite history and the absence of references to Jacob in most accounts of the tribes make it unlikely that this understanding was part of early tribal discourse. Instead, drawing on extensive similarities between the role Jacob's children plays in the biblical narrative and the role that shared descent from figures such as Hellen and Herakles play in the construction of ancient Greek histories, Andrew Tobolowsky concludes that the 'tribal-genealogical' concept was first developed in the late Persian period as a tool for the production of a newly integrated, newly coherent account of a shared ethnic past: the first continuous biblical vision of Israelite history from Adam to the fall of Jerusalem and beyond.