Die dritte Staffel zeigt eine Zeit der Veränderungen. Nicht mehr nur Ally und John auch alle anderen Charaktere der Serie machen in diesem Jahr entscheidende Krisen durch. Jeder verliert etwas, aber im Gegenzug gewinnt auch jeder wieder etwas. Die Figuren wachsen, sie werden reifer im Verlauf dieser Staffel und mit ihnen entwickelt sich auch die ganze Serie enorm weiter. So gehören einige Einfälle David E.Kellys, wie die Gruppe der "Anonymen Chauvinisten", der sich der blondierte Billy anschließt, zu den witzigsten überhaupt. Doch bei allen Gags und bizarren Ideen, die auch hier wieder dazu gehören, geht es Kelly in dieser Staffel verstärkt darum, uns zu berühren und nachdenklich zu machen. So hat sich kaum eine Serie einmal so differenziert und melancholisch mit dem Thema Familie, ihren Ritualen und ihrer Bedeutung für jeden Einzelnen auseinandergesetzt wie die Thanksgiving-Episode "Sturmfront". Und die letzte Folge "The Musical, Almost" ist mit ihren dreizehn von unterschiedlichen Cast-Mitgliedern gesungenen Songs ein wahrer Meilenstein der Fernsehgeschichte. Musik hat von Anfang an eine ganz besondere Rolle in der Serie gespielt. Aber wie David E.Kelly sie hier in die Handlung mit einbezieht und sie zur inneren Stimme der Figuren macht, ist einfach überwältigend.